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Comer See

Lago di Como · Il Lario

Den Comer See
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Von Bellagio bis Varenna, von Como bis Menaggio: historische Villen, Uferorte und Gärten im Herzen des Lario. Menaggio ist der ideale Ausgangspunkt.

Como ist die elegante urbane Pforte des Sees — eine Stadt, in der römische Spuren, mittelalterliche Substanz und klassizistische Seearchitektur auf bemerkenswert natürliche Weise zusammenfinden. Der Dom Santa Maria Assunta, dessen Bau 1396 begann und dessen Kuppel 1744 vollendet wurde, zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten Norditaliens. Hinzu kommen die romanische Basilika Sant'Abbondio, die historischen Befestigungen und jene kultivierte städtische Tiefe, die Como weit über einen bloßen Ausgangspunkt für Ausflüge hinaushebt.

Zugleich ist Como eine Stadt der Wissenschaft, des Kunsthandwerks und der Gestaltung. Der Tempio Voltiano am Seeufer ist das einzige Museum der Welt, das vollständig einem einzelnen Wissenschaftler gewidmet ist. Das Museo della Seta di Como beschreibt die Stadt als bedeutendstes Seidenzentrum Europas und macht die große textile Tradition sichtbar. Wer den Blick über See und Voralpen schweifen lassen möchte, erreicht Brunate mit der historischen Funicolare in wenigen Minuten. Villa Olmo am Seeufer dient heute als Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen. Sportfans: der FC Como 1907 spielt aktuell in der Serie A — im Stadio Sinigaglia direkt am Wasser.

Bellagio liegt an der Spitze der Halbinsel, die die beiden südlichen Seearme trennt, und ist seit jeher die ikonische Chiffre des Comer Sees. Der Ort lebt von seinen steilen Gassen, den steinernen Treppenläufen, den kleinen Plätzen und jener besonderen topographischen Spannung zwischen Wasserlinie und Höhe, die ihm seinen unverwechselbaren Reiz verleiht. Trotz seiner weltweiten Bekanntheit bewahrt Bellagio in den ruhigeren Stunden des Tages eine stille, fast kontemplative Schönheit.

Zu den großen Adressen Bellagios gehören die Gärten der Villa Melzi d'Eril, die heute täglich geöffnet sind und zu den kultiviertesten Gartenanlagen des Sees zählen. Ebenso besonders ist der Park der Villa Serbelloni, der ausschließlich im Rahmen geführter Besichtigungen zugänglich ist — die Buchung erfolgt inzwischen verpflichtend online, und gerade diese begrenzte Zugänglichkeit trägt zu seinem diskreten Prestige bei.

Varenna gehört zu den atmosphärisch dichtesten Orten des Ostufers. Zwischen farbigen Häusern, engen Gassen und kleinem Hafen entfaltet der Ort eine leise, fast mediterrane Eleganz. Besonders charakteristisch ist die Passeggiata degli Innamorati, der Uferweg, der vom Anleger in den historischen Ortskern führt und zu den romantischsten Promenaden des Sees zählt. Anders als oft behauptet, ist Varenna nicht nur per Boot, sondern auch bequem per Bahn erreichbar.

Zu den kulturellen Höhepunkten gehören die Villa Monastero mit ihrem fast zwei Kilometer langen botanischen Ufergarten und das Castello di Vezio oberhalb des Ortes. Villa Monastero gehört der Provinz Lecco; der Garten und das Hausmuseum sind öffentlich zugänglich. Das Castello di Vezio ist vom 1. März bis 1. Dezember täglich geöffnet und bietet eine der markantesten Aussichtslagen über das mittlere Seebecken.

Nur wenige Kilometer südlich von Como liegt Cernobbio, seit langem mit kultivierter See-Aristokratie und internationaler Grand-Hotel-Tradition verbunden. Im Zentrum dieser Ausstrahlung steht die Villa d'Este: im 16. Jahrhundert als noble Residenz entstanden, gilt sie heute als Ikone internationaler Luxushotellerie und als eine der großen historischen Adressen des Comer Sees. Ihr Anblick vom Boot aus — weiße Fassade, üppiger Garten, Seelage — gehört zu den unvergesslichen Bildern des Lario.

Eine ganz andere, aber ebenso reizvolle Seite Cernobbios zeigt die Villa Bernasconi. Das bedeutende Jugendstilgebäude wurde für Davide Bernasconi errichtet und ist heute als öffentlich zugängliches Museum geöffnet. Seine ornamental gestaltete Fassade mit Verweisen auf die Seidenproduktion — Seidenraupen, Schmetterlinge, Maulbeerblätter — macht es zu einem der interessantesten architektonischen Kontrapunkte am See.

Am oberen Westufer liegt Dongo — ein Ort, der landschaftliche Ruhe mit historischer Schwere verbindet. Das Museo della Fine della Guerra erinnert daran, dass Benito Mussolini und mehrere führende Vertreter der Repubblica Sociale Italiana hier am 27. April 1945 festgenommen wurden; der Palazzo Manzi, heute Rathaus, ist selbst ein zentraler Erinnerungsort dieser letzten Kriegstage. Am folgenden Tag, dem 28. April 1945, wurde Mussolini zusammen mit Claretta Petacci in Giulino di Mezzegra erschossen — der Ort ist bis heute durch ein Gedenkkreuz markiert.

Lecco markiert den südlichen Abschluss des östlichen Seearms und besitzt eine deutlich andere Dramaturgie als die klassischen Villenorte des mittleren Sees. Hier treten die Bergformen der Grigna (2.410 m) und des Resegone (1.875 m) so nah an das Wasser heran, dass der See beinahe alpin wirkt. Die Stadt ist eng mit Alessandro Manzoni verbunden; die Promessi Sposi spielen hier, und die Villa Manzoni ist als Museum zugänglich. Lecco steht für jene rauere, weniger inszenierte Seite des Lario, die gerade deshalb besonders authentisch erscheint.

Nordöstlich davon liegt Mandello del Lario, Heimat von Moto Guzzi seit 1921. Das dortige Museo Moto Guzzi wird derzeit neu aufgestellt; Besuche sind über das offizielle Buchungssystem vorgesehen. Ebenfalls in Mandello: das Museo della Barca Lariana — eine der bedeutendsten Sammlungen historischer Boote weltweit, die zwei Jahrtausende Schifffahrtsgeschichte rund um den Comer See erzählt.

Die Tremezzina ist einer der kultiviertesten und harmonischsten Abschnitte des gesamten Lario. Tremezzo, Lenno, Mezzegra, Ossuccio und weitere historische Ortschaften reihen sich entlang des Westufers in einer kontinuierlichen Folge aus Villen, Kirchen, Olivenhainen, Uferpromenaden und weiten Ausblicken auf den Centrolago.

Ihre Höhepunkte sind die Villa Carlotta, die Villa del Balbianello, die Isola Comacina und die Greenway del Lago di Como. Dieser Panoramaweg führt in gemächlichem Tempo durch die historischen Dörfer des Westufers, vorbei an Gärten, Villen, romanischen Kirchen und Seeblicken. Es ist gerade diese Kombination aus landschaftlicher Schönheit und kultureller Dichte, die die Tremezzina so besonders macht — von Menaggio aus leicht per Fähre oder Auto erreichbar.

Villen am Comer See

Villen am See

Villa Monastero in Varenna (Ufergarten + Museum, €13–15), Villa Melzi in Bellagio (neoklassizistischer Park, €10) und Villa Vigoni in Menaggio (deutsch-italienisches Kulturzentrum, Führungen saisonal) stehen für die außergewöhnliche Villenkultur des Sees. Weiter südlich beeindruckt die Villa d'Este in Cernobbio — seit dem 16. Jahrhundert eine der legendärsten Adressen Europas, heute Grandhotel.

Funivia am Comer See

Funivia & Bergbahnen

Die Funivia Argegno–Pigra überwindet in 4–6 Minuten einen Höhenunterschied von 648 m — eine der steilsten Seilbahnen Italiens. In Como bringt die Funivia Brunate in 7 Minuten auf den Hausberg (715 m) mit Panorama bis in die Alpen und die Poebene. Beide sind einfach per Fähre erreichbar. Funivia Argegno →

Fähren auf dem Comer See

Per il lago — Fähren

Das Centrolago-Ticket der Navigazione Laghi (ca. 17,50 €/Person) erlaubt an einem Tag unbegrenzt viele Fahrten in der Zentralzone — Menaggio, Bellagio, Varenna, Cadenabbia, Tremezzo, Lenno. Ideal für einen Rundtrip mit mehreren Stopps: morgens Bellagio, mittags Varenna, nachmittags Menaggio. Der Anleger Menaggio liegt wenige Minuten von Grazia di Croce entfernt. navigazionelaghi.it →

Die Villa Monastero in Varenna verbindet klösterliche Ursprünge mit der Eleganz einer späteren Privatresidenz. Aus einem Zisterzienserinnenkloster des 12. Jahrhunderts hervorgegangen, ist sie heute Museum, Konferenzort und botanische Gartenanlage zugleich. Ihr Ufergarten erstreckt sich über nahezu zwei Kilometer und gehört zu den eindrucksvollsten linearen Gartenlandschaften des Sees.

Öffnungszeiten: April–Oktober täglich (außer dienstags) ab 9:30 Uhr. Eintritt: Garten + Museum 15 €, nur Garten 13 €. Kinder bis 14 Jahre kostenlos.

villamonastero.eu →

Die Villa Melzi d'Eril in Bellagio verkörpert den frühen neoklassizistischen Aufbruch am Comer See. Erbaut 1808–1810 für Francesco Melzi d'Eril, Vizepräsident der Napoleonischen Republik, zählen ihre Gärten zu den kultiviertesten Anlagen der Region — Azaleen, Rhododendren, Zedern, Lotusblüten und japanische Elemente verbinden Landschaftsarchitektur, botanische Vielfalt und Seelage zu einer Komposition von großer Ruhe und Noblesse. Die Villa selbst befindet sich weiterhin in Privatbesitz; der Garten ist saisonal öffentlich zugänglich.

Geöffnet: 21. März bis Ende Oktober, täglich 10:00–19:00 Uhr. Eintritt: 10 € (Kinder bis 11 Jahre kostenlos).

giardinidivillamelzi.it →

Die Villa Serbelloni erhebt sich über Bellagio in einer außergewöhnlichen Panoramalage — auf dem höchsten Punkt der Halbinsel, von dem aus alle drei Seearme gleichzeitig sichtbar sind. Das Anwesen wird heute von der Rockefeller Foundation als Studien- und Konferenzzentrum genutzt; der weitläufige Park ist ausschließlich im Rahmen geführter Besichtigungen zugänglich. Gerade diese Mischung aus Geschichte, Aussicht und Zurückhaltung prägt bis heute die besondere Aura des Ortes.

Geführte Besichtigungen: April bis Oktober, täglich außer montags, um 11:00 und 15:30 Uhr. Dauer ca. 90 Min., Eintritt ca. 9 €. Tickets an der Bellagio-Touristeninformation — Plätze begrenzt, frühzeitig vorbeigehen.

Villa Olmo ist die große klassizistische Uferresidenz von Como. Erbaut 1782–1787 für die Familie Odescalchi, gehört sie seit dem 19. Jahrhundert der Stadt Como. Die Stadt beschreibt sie als herausragendes Beispiel monumentaler neoklassizistischer Architektur; heute dient sie als repräsentativer Ort für Ausstellungen, Veranstaltungen und kulturelles Leben direkt am Wasser.

Der weitläufige Park ist täglich kostenlos zugänglich (Sommer bis 23:00 Uhr, Winter bis 19:00 Uhr). Direkt daneben: das Lido Villa Olmo — eines der wenigen öffentlichen Seebäder am Comer See.

Villa Bernasconi in Cernobbio steht für die Jugendstilseite des Comer Sees. Erbaut 1905–1906 für den Ingenieur Davide Bernasconi, ist das Haus heute Museum und Kulturort zugleich; seine Geschichte ist eng mit der Seidenindustrie der Region verbunden. Die ornamental gestaltete Fassade mit Seidenraupen, Schmetterlingen und Maulbeerblättern wirkt intimer und urbaner als viele der großen Seevillen — architektonisch aber nicht minder eindrucksvoll.

Öffentlich zugänglich; Anfahrt per Boot (Fähranlegestelle Cernobbio) oder Bus C10.

villabernasconi.eu →

Die Villa del Balbianello in Lenno zählt zu den ikonischsten Villen des gesamten Comer Sees. Auf einer bewaldeten Landzunge gelegen, mit überwältigender Aussicht auf den Centrolago, verbindet sie ein außergewöhnliches Gebäude-Ensemble mit einem der kunstvollsten Terrassengärten der Region. Die Villa gehört heute dem FAI — Fondo Ambiente Italiano. Bekannt auch als Filmkulisse: Casino Royale (2006) und Star Wars: Episode II wurden hier gedreht.

Öffnungszeiten: März bis November, Di–So ab 10:00 Uhr. Anreise per Boot empfohlen (direkt vom Anleger Lenno). Eintritt: ca. 16 € (FAI-Mitglieder kostenlos). Lenno ist von Menaggio in ca. 15 Autominuten oder per Fähre erreichbar.

fondoambiente.it →

Die Villa Carlotta in Tremezzo, direkt gegenüber von Bellagio, ist eine Villa aus dem späten 17. Jahrhundert, berühmt für ihr Kunstmuseum und ihren botanischen Garten. Sie ist nach Prinzessin Charlotte von Preußen benannt, der sie 1843 als Hochzeitsgeschenk überreicht wurde. Das Museum beherbergt Werke von Canova, Hayez und einen berühmten Fries von Thorvaldsen.

Der über 8 Hektar große botanische Garten ist berühmt für seine Frühlingsblüte von Azaleen, Rhododendren und Kamelien. Geöffnet: März–November. Von Menaggio mit der Fähre (Anlegestelle Tremezzo) oder dem Auto erreichbar.

villacarlotta.it →

Villa Vigoni in Loveno di Menaggio ist nicht nur ein Ort großer landschaftlicher Schönheit, sondern auch ein bedeutendes deutsch-italienisches Kulturzentrum — offiziell: „Deutsch-Italienisches Zentrum für den Europäischen Dialog", im Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Das Anwesen entstand 1829 als Hochzeitsgeschenk des Frankfurter Kaufmanns Heinrich Mylius; 1978 vermachte der letzte Erbe Ignazio Vigoni die Villa dem deutschen Staat.

Der englische Landschaftspark auf rund 40 Hektar — mit jahrhundertealten Bäumen, Aussichtsterrassen und spektakulärem Seeblick — gehört zu den außergewöhnlichsten Anlagen des Sees. Öffentliche Führungen werden von März bis Oktober, außer im August, regelmäßig angeboten.

villavigoni.eu →

Villa d'Este in Cernobbio ist weniger nur ein Hotel als vielmehr eine historische Chiffre des internationalen Lago-di-Como-Stils. Aus einer Adelsresidenz des 16. Jahrhunderts hervorgegangen, war sie später Residenz der Königin Caroline von England, bevor sie 1873 zum Grandhotel wurde. Sie verbindet Renaissanceursprung, Gartenkunst und jahrhundertelang gewachsene Gastgebertradition zu jener Form klassischer Grandezza, für die der See weltberühmt ist.

Die Villa ist nicht öffentlich zugänglich — außer als Hotelgast oder über das Restaurant. Der Anblick der weißen Fassade im üppigen Garten vom Boot aus ist kostenlos und unvergesslich.

In Oria di Valsolda, am italienischen Ufer des Luganer Sees, liegt die Villa Fogazzaro Roi — die ehemalige Sommerresidenz des Schriftstellers Antonio Fogazzaro (1842–1911), Autor des Romans Piccolo Mondo Antico, der teilweise genau hier spielt. 2009 vom Marchese Giuseppe Roi dem Fondo Ambiente Italiano geschenkt, ist die Villa heute ein geschütztes Kulturdenkmal.

Das Anwesen liegt auf einem felsigen Vorsprung direkt über dem Luganer See. Die Villa ist öffentlich zugänglich, jedoch nur im Rahmen geführter Besichtigungen. Lage: ca. 20 km von Menaggio in Richtung Lugano — ideal kombinierbar mit einem Tagesausflug nach Lugano.

fondoambiente.it →
Comer See Bellagio · Lago di Como

Como ist die elegante urbane Pforte des Sees — eine Stadt, in der römische Ursprünge, mittelalterliche Strenge und lombardische Kultiviertheit auf ungewöhnlich selbstverständliche Weise zusammenfinden. Im Zentrum steht der Dom Santa Maria Assunta, dessen Bau 1396 begann und dessen Vollendung sich über dreieinhalb Jahrhunderte erstreckte; gerade diese lange Bauzeit verleiht ihm jene besondere architektonische Spannung, in der sich Gotik, Renaissance und spätere Formen zu einem außergewöhnlich harmonischen Ganzen verbinden. Unmittelbar daneben erhebt sich das Broletto, seit dem 13. Jahrhundert Symbol der städtischen Institutionen und bis heute eines der charakteristischsten profanen Bauwerke der Altstadt.

Etwas abseits des dichten Zentrums öffnet sich mit Sant'Abbondio eine stillere, ältere Seite Comos. Die Basilika gehört zu den großen romanischen Kirchen der Lombardei und bewahrt jenen zurückhaltenden Ernst, der die geistliche Architektur der Region so eindrucksvoll macht. Wer Como nicht nur als Kulisse, sondern als gewachsene Kulturstadt erleben möchte, findet in der Pinacoteca Civica eine lohnende Ergänzung.

Como ist untrennbar mit Alessandro Volta verbunden. Der Tempio Voltiano am Seeufer gilt als einziges Museum der Welt, das einem Wissenschaftler als Erinnerungsort errichtet wurde. Wenige Schritte weiter beginnt mit der Funicolare nach Brunate einer der klassischsten Perspektivwechsel des ganzen Sees: In nur rund sieben Minuten steigt man aus der Stadt hinauf in eine deutlich stillere, von Wald und Aussicht geprägte Höhenlage.

Brunate selbst lebt weniger von Monumentalität als von Lage und Atmosphäre. Von hier aus erschließt sich die weite Topographie des südlichen Sees, und wer weiter bis zum Faro Voltiano geht, erreicht einen Ort, an dem Erinnerungskultur und Panorama auf besonders schöne Weise ineinanderfallen. Der Leuchtturm wurde 1927 zu Ehren Voltas errichtet.

Die Seide gehört zur Identität Comos wie der See selbst. Das Museo della Seta beschreibt sich als einzige museale Institution weltweit, die den gesamten Produktionsprozess von der Seidenraupe bis zur Mode nachvollziehbar macht. Como erscheint hier nicht bloß als schöne Bühne, sondern als Ort von Arbeit, Erfindung und Handwerkskultur.

Am Ufer entfaltet sich mit der Villa Olmo die repräsentative Seite der Stadt. Die neoklassizistische Anlage gehört heute der Gemeinde und dient als Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen. Der weitläufige Park ist täglich kostenlos zugänglich — im Sommer bis 23:00 Uhr. Direkt daneben: das Lido Villa Olmo, eines der wenigen öffentlichen Seebäder am Comer See.

museosetacomo.com →

Auch sportlich besitzt Como heute wieder eine bemerkenswerte Präsenz. Der FC Como 1907 tritt aktuell in der Serie A an und verbindet die neue internationale Aufmerksamkeit des Clubs mit der starken lokalen Verankerung eines traditionsreichen Vereins. Das Stadio Sinigaglia direkt am Wasser gehört zu den ungewöhnlichsten Fußballorten Italiens: ein Stadion, das nicht gegen die Landschaft arbeitet, sondern von ihr lebt.

calciocomofc.com →

Südlich von Como liegt Cernobbio, wo sich der See noch einmal von seiner aristokratischsten Seite zeigt. Villa d'Este steht seit 1873 für jene internationale Hotelkultur, die den Namen des Lago di Como in die Welt getragen hat, während Villa Erba heute als bedeutendes Ausstellungs- und Kongresszentrum historische Villa und modernen Veranstaltungsort verbindet.

Eine andere, intimere Tonlage schlägt die Villa Bernasconi an. Das restaurierte Jugendstilhaus ist heute öffentlich zugängliches Museum und erzählt seine Geschichte bewusst als „sprechendes Haus". Gerade die ornamentale Fassade mit ihren Bezügen zur Seidenindustrie macht die Villa zu einem der feinsten architektonischen Kontrapunkte am See.

villabernasconi.eu →
Historische Villa am Comer See Klassizistische Villa am Seeufer
Comer See Ansicht Menaggio Comer See Comer See Comer See

Das Valle d'Intelvi eröffnet hinter dem Westufer eine überraschend stille Welt aus Wald, Höhenlicht und alten Dörfern. Das Tal verbindet den Comer See mit dem Luganer See und teilt sich in zwei Äste — einer führt über San Fedele d'Intelvi, der andere nach Osteno. Besonders eindrucksvoll ist die Sighignola, der sogenannte Balcone d'Italia auf 1.320 m — vom FAI zum „Luogo del Cuore" erklärt — deren Aussicht weit über den Luganer See und bis in die Alpen reicht.

Gerade weil das Tal weniger auf spektakuläre Inszenierung als auf Weite, Ruhe und landschaftliche Tiefe setzt, gehört es zu den schönsten Gegenwelten zum glanzvollen Seeufer. Im Tal liegen das Bergdorf Plesio (750 m, oberhalb Menaggio) und die Val Sangra — ein stilles Seitental mit Kastanienwäldern und alten Pfaden.

valleintelviturismo.it →

La Grona (1.736 m) ist der Hausberg Menaggios — erreichbar über Breglia (750 m, Bus C13 ab Menaggio) und das Rifugio Menaggio auf ca. 1.400 m (CAI, saisonal bewirtet, auch Klettersteig). Aufstieg ab Breglia ca. 2–3 Stunden. Panorama: Comer See, Luganer See, Walliser Alpen.

Wer die Bergwelt des westlichen Lario umfassender erkunden möchte, findet im Bereich von Monte Crocione (1.641 m) und Rifugio Venini eine der lohnendsten Höhenlandschaften der Region. Der Monte Crocione ist, je nach Zustieg, auch für weniger alpin geübte Wanderer zugänglich; das Rifugio Venini liegt auf 1.575 m und gehört zu den klassischen Aussichtspunkten über See und Voralpen.

rifugiovenini.it →

Am Triangolo Lariano verdichten sich Natur und Sportgeschichte auf besonders schöne Weise. Das Santuario della Madonna del Ghisallo ist offizieller Wallfahrtsort und Schutzheiligtum der Radsportler weltweit; seit 1949 ist die Madonna del Ghisallo Patronin des Radsports — erklärt von Papst Pius XII. An den Wänden hängen Trikots, Fahrräder und Memorabilia der großen Champions: Coppi, Bartali, Merckx, Pantani. Eine ewige Flamme brennt zu Ehren verstorbener Rennfahrer.

Unmittelbar daneben vertieft das Museo del Ciclismo (seit 2006) diese Geschichte mit Originalrädern, Filmarchiv und interaktiven Stationen — vom ersten Giro d'Italia 1909 bis zur Tour de France der Gegenwart.

museodelciclismo.it →

Hoch über dem See verläuft mit der Linea Cadorna eine weitere, heute fast versunkene Schicht der Landschaft. Die Befestigungslinie entstand zwischen 1915 und 1918 entlang der schweizerischen Grenze als Verteidigung gegen einen möglichen Angriff durch die neutrale Schweiz — gebaut unter General Luigi Cadorna, nie eingesetzt, aber vollständig erhalten: über 300 km Straßen, 400 km Maultierpfade, 72 km Schützengräben.

In der Provinz Como reichte die Linie von Monte Bisbino über Val d'Intelvi, Monte Galbiga und Monte Crocione bis hinunter nach Monte Crocetta — direkt über Menaggio. Heute sind Trassen, Militärwege und einzelne Stellungen Teil eines außergewöhnlichen Wegenetzes, in dem Geschichte und Panorama unmittelbar ineinandergreifen.

Zu den großen Langstreckenrouten des Westufers gehört die Via dei Monti Lariani, ein rund 125 Kilometer langer Höhenweg von Cernobbio bis Sorico, der überwiegend über Pfade und Mulattieren führt und den westlichen See in weiter, ruhiger Perspektive begleitet. Direkt ab Menaggio erreichbar: der Parco Val Sanagra — ein Naturschutzgebiet, das sich selbst als Raum beschreibt, in dem Geschichte, unberührte Natur und lokale Traditionen begegnen.

Wer lieber flacher bleibt, findet mit der Greenway del Lago di Como den zugänglicheren Gegenentwurf: eine etwa 11,2 Kilometer lange Panoramastrecke durch alte Dörfer, vorbei an Villen, Gärten und romanischen Kirchen zwischen Colonno und Cadenabbia.

greenwaylagodicomo.com →

Mailand ist der naheliegendste große Kontrast zum See: urban, monumental, schnell und kulturell nahezu unerschöpflich. Im Mittelpunkt stehen der Duomo und Santa Maria delle Grazie mit Leonardos Abendmahl — beide Orte verkörpern zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen prägende Gesichter der Stadt. Das Abendmahl erfordert Reservierung, möglichst Monate im Voraus. Für Kunst: Pinacoteca di Brera und Pinacoteca Ambrosiana; für Atmosphäre: das Quartier Navigli mit Kanälen und Bars.

Per Auto ca. 60–80 Min. über die A9; per Zug ab Como San Giovanni ca. 45 Min. bis Milano Centrale (Trenord, stündlich).

Bergamo zählt zu den schönsten historischen Tagesausflügen in Reichweite des Sees. Die Città Alta lebt von ihren venezianischen Mauern (UNESCO-Welterbe seit 2017), ihren Plätzen und ihrer außergewöhnlich geschlossenen Stadtsilhouette. Im Zentrum: die Piazza Vecchia mit dem Palazzo della Ragione (12. Jh.) und die Cappella Colleoni — eine der bedeutendsten Renaissancekapellen Norditaliens.

Zugleich besitzt die Stadt mit der Accademia Carrara eines der wichtigsten Kunstmuseen Norditaliens, dessen Sammlung vom Gotischen bis ins 19. Jahrhundert reicht und Werke von Bellini, Mantegna, Botticelli und Raffael umfasst. Per Auto ca. 60–70 Min.

Monza verbindet auf seltene Weise Motorsport, Monarchie und Parklandschaft. Der Autodromo Nazionale Monza gilt offiziell als „Temple of Speed" und besteht seit 1922; Besichtigungen und geführte Track-Walks sind buchbar. Im gleichen Parkareal liegt die Villa Reale di Monza — ein neoklassizistischer Königspalast aus dem 18. Jahrhundert mit dem größten ummauerten Park Europas (ca. 750 ha, öffentlich zugänglich).

Hinzu kommt der Dom mit der in der Cappella di Teodolinda bewahrten Corona Ferrea — einem der symbolträchtigsten Goldschmiedewerke des westlichen Christentums. Per Auto ca. 40 Min.

Lugano ist vielleicht der eleganteste grenzüberschreitende Ausflug von allen. Die Stadt verbindet schweizerische Präzision mit italienischer Leichtigkeit — ca. 30–40 Min. per Auto über die A2 (Grenzübertritt San Pietro in Stabio). Für den Überblick bieten sich Monte San Salvatore und Monte Brè an, beide mit eigenen Standseilbahnen erschlossen.

Kulturell setzt das MASI — Museo d'Arte della Svizzera Italiana einen klaren Akzent. Eine weitere Anreisemöglichkeit: die Autopostale-Linie Lugano–Menaggio des Schweizer Postauto. Kein Schengen-Grenzübertritt.

masilugano.ch →

Chiavenna ist ein Ausflug für alle, die lieber Tiefe als Spektakel suchen. Die Stadt lebt von ihrem alpinen Charakter und vor allem von den Crotti — jenen natürlichen Felsenkellern mit konstant kühlem Luftzug, die seit Jahrhunderten Restaurants und Weinlager beherbergen. Sehenswert: der Parco Marmitte dei Giganti (Gletschertöpfe im Fels) und die Collegiata di San Lorenzo mit dem Friedenskelch (Pace di Chiavenna, 12. Jh.).

In unmittelbarer Nähe, in Prosto di Piuro, erhebt sich mit dem Palazzo Vertemate Franchi eines der bemerkenswertesten weltlichen Renaissancegebäude der Lombardei. Chiavenna ist außerdem das Tor zum Val Bregaglia und zum Malojapass nach St. Moritz. Ca. 60 Min. per Auto.

Das Veltlin eröffnet östlich des Sees eine andere, deutlich alpinere Welt. Seine Terrassenweinberge zählen zu den großen Kulturlandschaften Norditaliens — 70 Kilometer terrassierter Weinberge mit Lagen wie Sassella, Grumello, Inferno und dem großen Sforzato. Alle aus der Nebbiolo-Traube, die hier Chiavennasca heißt. Sondrio ist in ca. 90 Min. erreichbar.

Tirano ist der südliche Ausgangspunkt des Bernina Express: Die Albula- und Berninalinien der Rhätischen Bahn gehören seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Im Ort selbst: das Santuario della Madonna di Tirano, eine der bedeutendsten Wallfahrtskirchen der Lombardei.

Bernina Express → rhb.ch

Bormio verbindet Thermen, historischen Kern und die unmittelbare Nähe zum Stelvio-Nationalpark — einem der ältesten und größten Nationalparks Italiens. Der Passo dello Stelvio (2.758 m) mit seinen 48 Kehren gehört zu den dramatischsten Passstraßen der Alpen. Die Terme di Bormio — Thermalquellen, die seit der Römerzeit genutzt werden — bieten mit Bagni Nuovi und Bagni Vecchi Thermalbäder mit Bergpanorama. Ca. 2,5 Std. per Auto.

St. Moritz steht für die wohl mondänste Fortsetzung eines Seeaufenthalts in den Alpen. Wer über Tirano mit der Rhätischen Bahn fährt, erlebt bereits die Anreise als Teil des Ausflugs. Eine weitere Option: die Autopostale-Linie Lugano–Menaggio–St. Moritz des Schweizer Postauto — ein direkter Überlandbus, der Menaggio mit dem Engadin verbindet. Per Auto: ca. 2,5–3 Std. über Chiavenna und den Malojapass.

Vor Ort setzt das Segantini Museum einen kulturellen Höhepunkt: Es beherbergt die bedeutendste Sammlung zu Giovanni Segantini (1858–1899), einem der großen Erneuerer der Alpenmalerei. Sein monumentales Triptychon La Vita, La Natura, La Morte ist eines der eindrucksvollsten Kunstwerke der Alpenregion.

segantini-museum.ch →

Häufige Fragen zum Comer See

Das Centrolago-Ticket der Navigazione Laghi ist ein Tagesticket (ca. 17,50 €/Person) für die Zentralzone des Sees — Menaggio, Bellagio, Varenna, Cadenabbia, Tremezzo und Lenno. Es erlaubt beliebig viele Fahrten an einem Tag. Wer mehr als drei Strecken plant, rechnet sich das Ticket deutlich. Erhältlich an den Anlegestellen oder online unter navigazionelaghi.it →

Ein Klassiker mit dem Centrolago-Ticket: Morgens mit der Fähre von Menaggio nach Bellagio (15 Min.), Spaziergang durch die Salite, Villa Melzi. Mittags weiter nach Varenna (20 Min.) — Villa Monastero, Liebespfad, Mittagessen am Hafen. Nachmittags Rückfahrt nach Menaggio. An einem Tag alle drei Seeufer — das Beste, was der Comer See zu bieten hat.

Como verdient mindestens einen ganzen Tag — Dom, Museo della Seta, Volta-Tempel, Villa Olmo, Funivia Brunate und Uferpromenade lassen sich kaum in einem halben Tag schaffen. Per Fähre ab Menaggio ca. 60 Min.; per Auto über die SS340 etwa 30 Minuten.

Sehr gut — mit dem Centrolago-Ticket: Villa Melzi in Bellagio morgens (10 €, ca. 1,5 h), dann per Fähre nach Varenna, Villa Monastero (13–15 €, ca. 2 h). Beide Gärten sind einzigartig und vom Stil her sehr verschieden — der neoklassizistische Park in Bellagio, der lange Ufergarten mit exotischer Bepflanzung in Varenna. Mit diesem Ausflug hat man zwei der schönsten Gartenanlagen des Sees an einem Tag gesehen.

Ein Auto ist für die meisten Ausflüge nicht nötig. Die Buslinie C10 (Como–Menaggio–Colico) bedient alle Ortschaften am Westufer. Die Fähranlegestelle Menaggio bietet Verbindungen nach Bellagio, Varenna, Cadenabbia und Como. Fahrpläne: ASF Bus → · Navigazione Laghi →

Der Fähranleger Menaggio ist ca. 5 Fahrminuten von Grazia di Croce entfernt. Die Villa verfügt über eine private Garage — das Auto bleibt sicher geparkt, während Sie den See per Fähre erkunden.